Lauréats 2001
Patrice Romedenne
Kategorie Fernsehen
Patrice Romedenne
„Um mit dem Extremismus fertig zu werden"
France 2

Der Film aus der Reihe Envoyé Spéciale (France 2) liefert eine gut recherchierte Inneneinsicht in rechtsextreme Gewalt. Er zeigt sowohl die Täter und die Opfer als auch diejenigen, die als Aussteiger aus der rechten Szene zum Kampf gegen rechte Gewalt beitragen.
Ebenso fair stellt Romedenne die öffentlichen Verurteilungen des Extremismus durch die Bevölkerung und durch den Staat dar.
Die Jury hebt hervor, dass ein Problem, welches inzwischen europäische Dimensionen hat, bewältigt werden kann - wenn es mit konkreten Aktionen bekämpft wird und nicht mit Hysterie und Überreaktionen.

Jörg Krause
Kategorie Fernsehen (Kurzreportage)
Jörg Krause
„Wer war Omar Ben Noui? - von Algier nach Guben und zurück"
ARTE

Der Algerier „Omar Ben Noui" verläßt aus Angst vor dem islamischem Terrorismus seine Heimat und hofft in der ostdeutschen Stadt Guben Arbeit und Sicherheit zu finden. Eine Gruppe rechtsradikaler Jugendlicher hetzt ihn durch die Stadt, dabei stürzt er zu Tode.
Anhand einer Person und mit einfachen filmischen Methoden hat Jörg Krause exemplarisch die Gefahr und Auswirkungen des politischen Extremismus dargestellt.

Lisa Huth
Kategorie Hörfunk
Lisa Huth
„Mir gehen nur niwwer kaafe“
Saarländischer Rundfunk

Der Hauptpreis in der Kategorie Hörfunk wurde einstimmig an Lisa Huth verliehen für ihren Beitrag: „Mir gehen nur niwwer kaafe (Wir gehen nur rüber einkaufen) – Was Saarländer und Lothringer wirklich voneinander wissen". Die Autorin beschreibt lebendig das alltägliche Leben der deutsch-französischen Nachbarschaft.
Sie zeigt auf ihre humorvolle Art, dass trotz der ständigen Stereotypisierung die Tiefe einer gemeinsamen Vergangenheit deutlich ist.

Dorothea Hahn
Kategorie Printmedien
Dorothea Hahn
„Mörderisches Millieu‘“
die tageszeitung (taz)

Eine gute recherchierte Reportage mit auch für deutsche Leser nur schwer nachvollziehbaren administrativen und juristischen Hintergründen, die Frankreich von einer ganz besonderen Seite zeigen.
Eigentlich ein Negativ-Beispiel, aber gerade deshalb von besonderer Bedeutung. Die Autorin hat auf die Gefahr hingewiesen, in geschlossenen Gesellschaften den Deckel auf Skandale und Dramen zu halten. Als Korrespondentin in Paris ist es für sie eine große Leistung gewesen, intensive Recherchen in der Provinz durchzuführen.

Dirk Heinemann
Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung - Kategorie Fernsehen
Dirk Heinemann
„Schwarze Brandung“
ARTE

Der deutsche Autor Dirk Heinemann hat für ARTE kritisch beobachtet, wie Frankreich mit der Ölpest umgegangen ist, die nach der Havarie des Tankers "Erika" die bretonische Küste heimgesucht hat.
Der Beitrag macht deutlich, dass ökonomisches Gewinnstreben ohne Rücksicht auf die Umwelt eine ökologische Katastrophe auslöst, der die Küstenbewohner und der Staat lange Zeit hilflos gegenüber stehen.

Ruth Jung
Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung - Kategorie Hörfunk
Ruth Jung
„Die Welt ist keine Ware – José Bové und der Bauernprotest in Südfrankreich"
Deutschlandfunk, Saarländischer Rundfunk, Westdeutscher Rundfunk

Der Sonderpreis ASKO geht an Ruth Jung für ihren Beitrag „Bauernführer José Bové". Die Autorin erklärt die Hintergründe der Bewegung „José Bové" gegen die Globalisierung.
Anhand unterschiedlicher und lebendiger Zeugnisse zeigt Ruth Jung den regionalen Zusammenhang Südfrankreichs und die neuen Formen des Widerspruchs der Bauerngewerkschaften. Diese Sendung trägt zum Verständnis eines französischen Phänomens sozialer Mobilisierung bei.

Matthias Beermann
Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung - Kategorie Printmedien
Matthias Beermann
„Bauernland ist abgebrannt“
Weser-Kurier

Der Autor hat den Finger auf einen wunden Punkt der französischen Wirtschaft und Gesellschaft gelegt. Er erzählt, dass es in Frankreich ein Umdenken in der Agrarpolitik gibt, wovon die Deutschen wenig Vorstellung haben. Er erinnert daran, dass die Franzosen sich als bäuerliches Volk betrachten und an der Scholle kleben.
Er stellt auch das persönliche Drama der ruinierten Kleinbauern in den Vordergrund, während der Mythos einer international erfolgreichen Landwirtschaft aufrecht erhalten wird.

Pierre-Olivier François
Sonderpreis Deutsch Französischer Kulturrat - Kategorie Fernsehen
Pierre-Olivier François
„Der große Rückschritt“
ARTE

Der Film von Pierre Oliver Francois (ARTE) greift eines der ältesten und zugleich brennendsten Probleme der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich auf: Die Tatsache, dass in beiden Ländern immer weniger in der Sprache des Nachbarn gelernt und gelehrt wird.
Ohne Beschönigung stellt der Autor dar, warum das vor allem im Computerzeitalter so ist, zeigt aber auch wie diese "Sprachlosigkeit" überwunden werden kann.

Sonderpreis Deutsch Französischer Kulturrat - Kategorie Hörfunk
Emmanuel Laurentin
„Le poids de la mémoire allemande"
Radio France

Der Sonderpreis des Deutsch-Französischen Kulturrates geht an Emmanuel Laurentin für „Le poids de la mémoire allemande", das Porträt einer deutsch-französischen jüdischen Familie. Dieses wunderbare Zeugnis zeigt den Schmerz bewältigter Vergangenheit und die Tiefe des Erbes.

Sonderpreis Deutsch Französischer Kulturrat - Kategorie Presse
Jean-Christophe Ploquin
„Bouillon de Culture en Allemagne"
La Croix

Der Autor vermittelt einen kaum erfassten Aspekt der deutschen Gegenwartsliteratur, indem er junge Autoren und junge Zeitschriften vorstellt, die sonst nicht auf den Markt kommen.
Er entspricht einem Bedürfnis des französischen Lesepublikums, die neue deutsche Literatur-Generation kennen zu lernen und stellt die Verbindung zwischen Literatur und Gesellschaft her, da er auch die veränderte Einstellung in Deutschland berücksichtigt.

Preis des Deutsch-Französischen Jugendwerks
Harald Martin und Schüler
(Stefanie Müller, Jasmin Braun, Andreas Frank, Arnaud Seng, Lorraine Muller, Laetitia Kimmel)
„Rettungswesen an der Grenze"
Saarländischer Rundfunk

Der Sonderpreis des deutsch-französischen Jugendwerks geht an Harald Martin bzw. an die 6 Schülerinnen und Schüler (drei aus Deutschland, drei aus Frankreich), mit denen er den Beitrag realisiert hat.

Die Autoren betonen, inwiefern die deutsch-französische Grenze noch ein Hindernis für den Rettungsdienst sein kann. Trotz der Bereitschaft seitens der Notfalldienste, Polizei und Feuerwehr sind juristische Hürden zahlreich.

Diese lebendige Reportage wurde im Rahmen eines Radioprojekts in Verbindung mit den Gymnasien St. Avold und Saarlouis unter der Leitung von Harald Martin produziert.